Zusammenfassung GBR 2012

Nachdem wir noch kurzfristig einen Sprinter zum Verfolgen gesponsert bekamen, fuhren wir am Donnerstag, 2 Tage vor dem möglichen Start am 1.9., nach Ebnat-Kappel in die Schweiz zu unserem ersten Gordon-Bennett Rennen. Bei tiefliegender Wolkendecke und Regenschauer konnte man dort im Tal an keinen Start glauben. Aber schon beim Generalbriefing am Freitag wurde ersichtlich, dass vom Organisationskomitee ein Start am Samstagabend angestrebt wurde, so dass wir eine Strategie zu diesem Starttermin erstellten.

Am Freitagabend wurde die Startreihenfolge bei der stilvollen Eröffnungsfeier ausgelost. Die zweite Startnummer ist normalerweise nicht ideal, aber da wir sowieso hoch und schnell fahren wollten, war es nur bedingt ein Nachteil. Am Samstag wurde von unserer Aufrüstmannschaft, um den 3-fachen Gordon-Benett Sieger Bernd Landsmann herum, im Nieselregen aufgerüstet und nach dem letzten Briefing um 20 Uhr wurde es etwas hektisch, da die elektrischen Komponenten noch in den Korb und wir uns noch gegen die Kälte umziehen mussten. Viele wünschten uns direkt am Korb viel Glück und so stiegen wir mit der Nationalhymne um 22.30 Uhr in den Nachthimmel auf. Unsere Strategie war es, in 9000-10000 ft die Winddrehung bei Dijon zu nutzen, um bei Sunset die Pyrenäen überquert zu haben. Aber wie das so ist, war es ganz anders!

Die Winddrehung kam viel früher und trotz Abwerfen wurden wir langsamer. Auch die Richtung änderte sich statt auf 240 Grad auf 210-220 Grad. Als wir morgens auf Höhe Genf waren, sanken wir tiefer um wieder auf unseren Kurs zu kommen. Leider veränderte sich dieser Kurs bei den Ausläufern des Zentralmassiv wieder und so gingen wir nachmittags auf Toulouse mit 200 Grad zu. Eigentlich wollten wir uns schon langsam auf die Nachtabsenkung für die Pyrenäen vorbereiten, als um 17.30 Uhr der Anruf von unserem Taktiker David Strassmann kam. Trotz 26 Säcken wäre die Fahrt bei Nacht über den Pyrenäen unsicher gewesen, da wir ggf. in der Nacht in einem unwegsamen Gebiet hätten landen müssen, um nicht über dem Mittelmeer am Morgen zu sein.

Damit war auch klar, dass eine vordere Plazierung nicht mehr möglich war und so ließen wir den Ballon mit der Nachtabsenkung ruhig fallen. Wir machten noch eine gemütliche Fahrt unter den Wolken und ließen den Ballon einen schönen Landeplatz suchen. Mit kleinen Korrekturen fanden wir dann um 20:05 Uhr eine verfolgerfreundliche Wiese neben einem Weg zwischen Gaillac und Albi und landeten dort sicher nach nur 666 km und 21:35h.

 

Insgesamt war es eine sehr gut organisierte Veranstaltung und wir danken unserem aufopferungsvollen Team (Hermann Böke, Bernd Köser, Bernd Landsmann, Charly Müller, Helge Ringel, David Strasmann) und auch denjenigen Leute, die uns monatelang wirklich unterstützt haben. Auch gilt unser Dank der Fa. Eimermacher, die den Ballon „Ferdinand Eimermacher“ dem FSV Münster gesponsert haben.

 

Glück ab

Marion und H.-O.